Wie du deine Fotografie auf ein nächstes Level heben kannst

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Deine Fotografie auf ein nächstes Level heben UND gleichzeitig auch etwas für dich tun?

Ja das geht. Sehr gut sogar, denn meiner Erfahrung nach hängt die Fotografie wahnsinnig eng mit unserem innersten Kern zusammen.
Technisch hochwertige Bilder zu machen, ist wohl meist der erste Schritt in der Fotografie welcher angestrebt wird, hier wird der Fokus erstmal auf das technische Können gelegt, bedingt durch den Anfang fällt es uns Frauen aber oft leicht noch ein Stück weit die Intuition und Gefühle mit einzubeziehen.
Mir hat es in dieser Phase regelrechte Adrenalinkicks gegeben, wenn ich es schaffte, beeindruckende Momente scharf und im gewünschten Ausschnitt etc. abzubilden.
Es war jedes Mal ein tolles, wahnsinnig aufregendes Gefühl, wenn ich fotografiert habe. Damals hab ich tatsächlich auch noch sehr intuitiv fotografiert, habe mich an wilde Ausschnitte gewagt und viel experimentiert.

Oft folgt dann nochmal ein stärkerer Technik-Fokus, mit immer weiteren technischen Fähigkeiten, ich denke da zB an meine ersten Gegenlichtaufnahmen, an einen ersten People-Workshop im Studio mit völlig neuen Techniken oder auch gelungenen Bildbearbeitungen.

Ich kniete mich in die Technik rein, begeisterte mich für alles was dort möglich ist… Der emotionale Teil kam zum Glück weiterhin immer wieder auf, auch hatte ich weiterhin immer wieder intuitiv geleitete Momente, doch mein Fokus lag zu 90% auf dem Technik-Teil – ohne, dass ich es bewusst gesteuert habe, es passierte völlig unterbewusst und so beobachte ich es auch oft bei anderen Fotografen, bzw. höre es in Gesprächen heraus…

Und nach dieser Technikeuphorie folgt dann oft ein Plateau: Hier wird der intuitive, emotionale Teil weiterhin eher ausgeblendet, technisch passiert aber auch erstmal nicht so viel neues und irgendwann kommt meist leichte Unzufriedenheit auf. Aus dieser entwickelt man sich dann wiederum weiter.

Ob nochmal weiter in technischer Hinsicht mit zB neuen Photoshopskills oder durch fotografischem Fortschritt (ich denke da an meine ersten Tiere im Studio, wie aufregend dies war). Oder aber, wenn man irgendwann merkt, dass Technik allein nicht langfristig erfüllend ist, entfaltet man sich endlich wieder in mentaler/emotionaler/intuitiver Hinsicht.
Dies ist dann in meinen Augen das nächsthöhere Level: Intuitiv das technische Können zu nutzen, um sich wieder mehr auf die Gefühlswelt und Intuition zu fokussieren.

 

Pferdefotografie Köln NRW mobiles StudioVielleicht kennst du das Phänomen?

Wenn du wahrhaft frei von Einflüssen anderer bist und absolut tiefenentspannt bist, fühlst du dich plötzlich mit ALLEM tief verbunden. Du fühlst gleichzeitig eine tiefe innere Ruhe, dein Kopf ist leer, dein Herz läuft über vor Glück und die Verbindung zur Natur und den Models vor deiner Kamera ist wirklich fühlbar. Du bist absolut im Einklang mit Allem, genießt diesen Flow. Alles geht wahnsinnig leicht und passt perfekt. Bei mir wird meine Brust immer wahnsinnig weit, das ist ein schwer zu beschreibendes Gefühl – es ist super schön und vielleicht ja auch bei jedem etwas anders… Dennoch fühlt sich solch ein Flow und die Verbundenheit dabei ganz, ganz besonders an…
Deshalb nenn ich ihn den Verbundenheits-Flow. Diesen erlebe ich glücklicherweise immer öfter – sowohl beim Fotografieren, als auch in einigen anderen Situationen im Alltag. So schön!

Und dann gibt es die Shootings, wo du dir vorher (etwas) unsicher bist, verkrampfter und verkopfter ins Shooting reingehst.
Vielleicht kurz vorher nochmal bewusst oder unbewusst Werke von anderen Fotografen anschaust, um dich inspirieren zu lassen. Oder dir Posen in Erinnerung zu rufen. Oder wo du dir nochmal Tipps durchliest.
Und wo du auch beim Shooting relativ verkopft arbeitest und dieses wirklich tiefe Flow-Gefühl bleibt dann unter anderem als Folge dessen aus. Du hast Spaß, ja. Deine Models auch. Doch es ist eben ein bisschen anders. Es geht nicht SO tief und berührt dich nicht SO stark. Du fühlst diese Verbindung nicht (so sehr), der Flow ist nicht da oder zeigt sich nur in abgeschwächter Form…
Übrigens: Nicht falsch verstehen, Inspiration ist wichtig – doch bewusst und zu richtigem Zeitpunkt eingesetzt. Gern schreibe ich auch nochmal detaillierter darüber, wie ich Inspiration sammel und mich auf ein Shooting vorbereite.

 

Hundefotografie Rhein Köln Strand AmiraWas berührt DICH am meisten?

Rate mal welche Bilder am Ende die sind, die für dich den größten Zauber haben? Die am tiefsten berühren, die am besten DICH beinhalten und somit DICH am glücklichsten machen? Aussenstehende merken diese oft nur winzig, winzig kleinen Nuancen des Qualitätsunterschieds der Bilder eventuell nicht oder nur unterbewusst.
Doch du selbst spürst den Unterschied: Je nachdem wie oft, wie lange und vor allem wie stark du den Verbundenheits-Flow gefühlt hast beim Fotografieren, ist auch dein späteres Gefühl etwas anders, wenn du das fertige Foto betrachtest.
Das heißt theoretisch könntest du zwei technisch gleiche Bilder mit dem gleichen Motiv nebeneinander legen und dennoch würdest du einen Unterschied wahrnehmen, wenn du ein anderes Gefühl beim fotografieren hattest.

Um in diesen wunderbaren Flow zu kommen, ist es wichtig, dass du deine Kamera sicher beherrschst, denn auch jedes Überlegen, wie du was am besten einstellst und wie du technisch die besten Rahmenbedingungen schaffst, holen dich aus diesem Flow schnell wieder raus. Um dieses Risiko zu minimieren, ist es wirklich sinnvoll das technische Wissen im Schlaf zu beherrschen und sich auch mal eine Zeit lang stark auf die Technik zu fokussieren…

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Generell hab ich für mich herausgefunden: Wie du selbst dich fühlst, was du denkst, wie du dich vorbereitest usw. – all das ist meiner Erfahrung nach unglaublich wichtig für Bilder, die wirklich von DIR kommen. Die DEINE Handschrift tragen. Die DICH langfristig glücklich machen.

Und deshalb ist auch dieses Entfalten, dieses Wachsen hin zu deinem innersten Kern und zu dem was DU willst, so essentiell. Fotografie ist soviel mehr als nur Rahmenbedingungen wählen, eine Kamera bedienen, Bilder bearbeiten und das nächste Shooting planen.
Fotografie kann so etwas tiefgehendes sein, etwas das dir ermöglicht dich in deinem Motiv zu spiegeln oder auch mal abzuschalten von der Außenwelt – nur du, die Kamera, das Motiv und das Licht…

 

Eine kleine Übung für dich Pferdefotografie Süddeutschland Baden-Württemberg

  • Versuch einfach mal achtsamer auf die Flow-Momente zu achten, das wird schon viel ausmachen.
  • Vergleich auch mal die Bilder, die in einem Flow-Zustand entstehen, mit denen, wo kein Flow spürbar war – fühlst du einen Unterschied, wenn du die Bilder betrachtest? Oder such dir die Lieblingsbilder von dir heraus und versuch dich daran zu erinnern, wie es beim fotografieren war – warst du im Flow? Hattest du ein bestimmtes Gefühl?
  • Wenn du 1, 2 Flow-Momente für dich greifbar hast, versetz dich nochmal richtig in die Situation und wie schön das in dem Moment war. Erinner dich an alle wunderbaren Details, die dazugehörten und ruf dir dieses Gefühl des Verbundenheits-Flows nochmal richtig hoch, bade richtig darin.
  • Und wie schön wäre es, dieses Gefühl öfter zu haben? Und länger und noch intensiver? Und wie Hammer wäre es, wenn du das Gefühl bei jedem Shooting hättest? Nimm dir ein paar Minuten und träum mal aktiv davon, mal es dir detailliert aus, schriftlich oder gedanklich…
Übrigens: Die Bilder in diesem Beitrag sind natürlich eine Mini-Mini-Auswahl meiner Verbundenheits-Flow-Bilder…

2 Kommentare

  1. by Helene am 2. Dezember 2016  9:53 Antworten

    Was für ein schöner Artikel Johanna! Ich denke, die meisten Fotografen kennen das. Aber oft wird dem nicht viel Bedeutung zugemessen. Vor allem wenn man ein Geschäft führt und für Kunden arbeitet. Ich lass mich oft dazu hinreissen, nur an den Kunden zu denken - Gehts ihm gut? Sollte ich ihm mehr Anweisungen geben? Wirke ich professionell etc. -. Dass erzeugt unterbewusst einen gewissen Stress, der nicht mehr viel Platz für den Flow lässt. Wahrscheinlich würden alle gewinnen, wenn ich mich diesem Gefühl mehr hingeben würde. Schliesslich bin ich selbst meine beste Marke.

    Kennst du das auch? Wenn ja, was tust du dagegen?

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz!

    • by Johanna Passon am 26. Januar 2017  16:32 Antworten

      Ohje, der Kommentar ging unter - aber umso mehr freu ich mich, ihn jetzt zu sehen, danke dir Helene!!! :-) Kann ich sehr gut verstehen, diese Gedanken, wer hat die nicht manchmal, solche kleinen Unsicherheiten... Mir hilft es tatsächlich, wenn ich entweder ganz offen nachfrage, ob zB der Kunde sich wohlfühlt oder ich mehr Anweisungen geben soll. Also wenn möglich einfach offen mit meinen Fragen auf den Kunden zugehen. Meist freuen die sich über ein ehrliches Interesse/ein Bemühen und meist sind die Gedanken unbegründet und alles ist super. :-) Ansonsten hilft generell in solchen Phasen sich selbst zu stärken, je mehr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen wir haben, desto weniger kommen solche Zweifel/Unsicherheiten hoch.

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